Mansur Scott "Harlem Quartet" feat. Howard Johnson

Samstag, 18. Mai 2013 ca. 18:20 Uhr

Gerade in den kleinen Akzenten, manchen perkussiven Details oder in einem kleinen, wissenden Augenzwinkern schwingt ein ganzer Erfahrungsschatz mit. Scotts Gesang, der so rau klingt wie sein Leben, pendelt dabei zwischen einem in sich gekehrten vibrierenden Timbre und nachdrücklichen Shouts, er entwickelt eine direkte Expressivität, der man sich schwer entziehen kann. So einfache Worte wie "Masquerade" oder der Einstieg "He was a boy"  bekommen genauso wie die zarte Billy-Holiday-Erinnerung "When the lady sings" eine Tönung, die einem für immer unverkennbar im Ohr bleibt, ob man will oder nicht. So etwas passiert nur, wenn es jemand ernst meint, wenn es ihm wirklich um etwas geht. Mansur Scott nennt es "Wahrheit". Das bedeutet für ihn auch, den gegenwärtigen Moment so intensiv wie möglich zu erleben, in dem Wissen – "Von einem Moment auf den anderen kann es vorbei sein". Mansur Scott ist ein ungewöhnlicher, aber durchwegs optimistischer Kulturbotschafter, voll schier unzerstörbarem Lebensgeist.

Howard Johnson ist einer der führende Tubisten, Bariton Saxophonisten und spielt auch Cornet. Er tourte mit vielen Weltstars mehr als ein halbes Jahrundert, er hatte Gil Evans als Mentor, spielt seit vielen Jahren zusammen mit Taj Mahal. Bis zum Levon Helms Transition spielte er fast jeden Freitag mit Levon Helm auf dessen Hof in Woodstock. Er sprach noch mit John Lennon am Abend vor seinem Tod, der ist der Leader von Gravity, einer Tuba Super Band. Und und und, ein super netter Mensch und großartiger Musiker.

Besetzung:

  • Mansur Scott - voc, perc
  • Howard Johnson - bar, sax, tuba
  • Oliver Kent - p
  • Wolfram Derschmidt - b
  • Marc Johnson - dr
Mansur Scott "Harlem Quartet" feat. Howard Johnson
Mansur Scott "Harlem Quartet" feat. Howard Johnson